Klar, lässt sich Onboarding ganz groß aufziehen. Ebenso lässt es sich super mit generations- und abteilungsübergreifender Zusammenarbeit integrieren.
Jedoch gibt es ein paar Schritte, die ihr im Onboarding auch eigenständig und ohne großen Mehraufwand gehen könnt. Nämlich, indem ihr folgende 3 Dinge im Onboarding weglasst:
Statt zu fragen “Was muss alles noch in die Onboarding-Mappe?”, fragt erstmal: „Was kann weg?”. Das gilt für Onboarding-Mappen aus Papier genauso wie für überfüllte digitale Ordner.
Falls nichts so wirklich weg kann: welche Unterlagen oder Informationen könnten zumindest zu einem späteren Zeitpunkt eingestreut werden? Am Anfang ist nahezu jede Information neu. Je mehr ihr diese Informationsflut reduzieren [oder zumindest dosieren] könnt, desto einfacher können sich neue Kolleg:innen Informationen auch langfristig einprägen. Manchmal kann es auch helfen, Unterlagen nach Woche, also ab wann diese relevant werden, zu sortieren und dann entsprechend auszusortieren.
Wenn Aussagen wie “Sag uns doch bitte, wenn dir in den ersten Wochen etwas auffällt” nur als Wohlfühl-Floskeln gemeint sind, lass sie weg. Menschen, die noch nicht betriebsblind sind, bringen eine wertvolle Außenperspektive mit. Wenn Einladungen, diese Perspektive zu teilen, nur halbherzig oder gar nicht ausgesprochen werden, finde ich das ziemlich schade. Besonders, wenn parallel externe Berater:innen teuer dafür bezahlt werden, dass sie Organisationsstrukturen und “Tänze des Alltags” sichtbar machen:
Neue Kolleg:innen haben nicht nur etwas zu lernen, sondern auch von Beginn an etwas beizutragen. Hierbei finde ich übrigens Fragen, die euch in den ersten Wochen gestellt werden, besonders interessant. So können wiederholte Fragen wie “wo finde ich das?” oder “wer ist hierfür nochmal zuständig?” darauf hinweisen, dass bestehende Ordnerstrukturen oder Rollendefinitionen ein Upgrade brauchen.
Ihr möchtest psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz direkt im Kern erschüttern? Dann kommt hier mein Tipp direkt aus der Hölle:
Double Bind Kommunikation = Widersprüche zwischen Gesagtem und Erlebtem.
Beispiele für solche Doppeldeutigkeiten sind:
Menschen, die schon länger in Organisationen sind, können mit bestehenden Paradoxien vielleicht besser umgehen. Bei neuen Personen können diese umso mehr Verunsicherung auslösen. Wenn ihr solche Widersprüchlichkeiten [z.B. aufgrund bestehender Machtverhältnisse] nicht ändern könnt, klärt neue Kolleg:innen zumindest darüber auf.
Falls ihr beim Lesen feststellt, dass ihr zum Thema Onboarding vielleicht doch ein wenig mehr Gesprächsbedarf habt, freue ich mich über eure Kontaktaufnahme!